Ostern auf Okinawa

Auf Okinawa am Strand in Motobu
Auf Okinawa am Strand in Motobu

Was macht man in Korea, wenn es nach einem langen Winter nun wirklich reicht, mit der Kälte? Wegfliegen! Am besten geradeaus nach Süden ... und zwei Stunden später ist man schon auf Okinawa. Die japanische Insel bietet immer mindestens angenehme Temperaturen und auch sonst alles, was man für einen Urlaub braucht: Strand, schöne Natur und gute Luft. Zehn Tage haben wir das genossen, erst auf der Hauptinsel in Motobu und dann auf der kleineren Insel Tokashiki - Ostereiersuche inklusive.

Ausgemalt

일월오봉도 = Ilwolobongdo, eine Darstellung der gesamten Welt
일월오봉도 = Ilwolobongdo, eine Darstellung der gesamten Welt

Heute mal etwas selbst (aus)gemaltes: Das 일월오봉도 also Ilwolobongdo. Warum? Ganz einfach: Wenn wir ab Flughafen Incheon eine Reise starten, dann sind wir meist früh dort. Manchmal sehr früh. Und dann kommt uns ein nettes Angebot der koreanischen Kulturstiftung gerade recht. Man kann nämlich dort der Tradition näher kommen, indem man Sachen aus Papier bastelt, Fächer gestaltet oder eben ein traditionelles Motiv ausmalt. Letzteres stand in den Osterferien auf dem Plan. Allerdings hat es die meisten von uns mehrere Tage gekostet, das detailreiche Bild zu bearbeiten - quasi als meditatives Erlebnis im Urlaub.

Das Motiv gehört übrigens als Paravent hinter den Thron der Könige der Joseon-Dynastie. Es symbolisiert mit den fünf Berggipfeln alle Himmelsrichtungen (plus Zentrum), Tag und Nacht (Sonne und Mond), das Meer und alle Pflanzen - also die gesamte Welt. Der König (als Herrscher über Menschen und Tiere) komplettiert das Bild, wenn er davor auf seinem Throm sitzt.

Zwischenstand vor Ostern

Kriegerstatue am Königsgrab Seoulleung in Gangnam
Kriegerstatue am Königsgrab Seoulleung in Gangnam

Wie man sieht, gibt es immer noch etwas zu entdecken, selbst innerhalb von Seoul. Eine freundliche Einladung hat uns bei Sonne, Wärme und guter Luft (!) über den Fluss nach Süden zu den Königsgräbern in Gangnam geführt. Für Markus gab es eine Woche davor im nördlichen Seoul ebenfalls etwas traditionelles: Tempelleben. In Koreas buddhistischen Tempel kann man über das Programm Templestay am rituellen Leben der Nonnen und Mönche teilhaben und auch im Tempel übernachten - Aufstehen um 4 Uhr morgens inklusive. Soviel zu unseren kleinen Fluchten aus dem Alltag zwischen den Jahreszeiten ...

Trübe Aussichten im Winter

Symbolbild: So schön sieht dreckige Luft leider nicht aus
Symbolbild: So schön sieht dreckige Luft leider nicht aus

Eine größere Lücke in der Chronologie dieses Blogs kommt normalerweise nur im langen Sommerurlaub vor. Diesmal ist der Winterblues Schuld, den ich aber auch mal hier dokumentieren möchte. Denn es ist ja nicht nur alles eitel Sonnenschein im Expat-Leben am anderen Ende der Welt. Die Kälte, die Korea immer noch fest im Griff hat, ist dabei nur ein Problem. Viel unangenehmer ist die schlechte Luft, auf koreanisch 미세먼지 (Miesemonchi). Die Feinstaubwerte liegen hier zwar deutlich unter denen in China, aber sie übersteigen doch an sehr vielen Tagen den Wert, der hier noch als "gesund bzw. moderat" bezeichnet wird. Die Aussicht ist dann trüb, tatsächlich sieht es staubig aus und die ganze Atmosphäre schlägt sehr aufs Gemüt. Denn die Flucht in geschlossene Räume mit Luftreinigern ist ja auch nicht immer das Wahre.

Außerdem werden wir hier natürlich auch ein bisschen von der politischen Lage durchgerüttelt. Südkorea macht sich Sorgen, wie es unter Trump mit Nordkorea weitergeht, leidet unter dem chinesischen Wirtschaftsdruck und verfolgt gebannt Räuberpistolen wie die Ermoderung Kim Jong-Nams. Am stärksten bewegen das Land derzeit jedoch die Korruptionsvorwürfe rund um die derzeit abgesetzte Präsidentin, wegen denen unter anderem der Samsung-Chef hinter Gittern sitzt. Trotz Winter gehen hier an etlichen freien Tagen hunderttausende Bürger seit Monaten auf die Straße und demonstrieren für eine Demokratie ohne Korruption. Die ganze Situation läßt das Land politisch gerade fast handlungsunfähig dastehen, der entschlossene Bürgerprotest beeindruckt aber schon sehr. Mitte März will das Verfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit der Präsidenten-Absetzung entscheiden, dann wird die Situation klarer - und es tritt hoffentlich wenigsten an dieser Stelle Beruhigung ein.

P.S.: Das Bild oben stammt übrigens aus einer Ausstellung von Olafur Eliasson (The parliament of possibilities) im Leeum-Museum. Und damit dieser Eintrag nichtallzu ernst endet, hier noch ein paar Bilder:

Neue Lieblingsfarbe: Weiß

Eingeschneiter Gyeongbokgung: das gibts nur alle Jubeljahre
Eingeschneiter Gyeongbokgung: das gibts nur alle Jubeljahre

Schneefall in Seoul! Wie ungewöhnlich anhaltender Schneefall in der koreanischen Hauptstadft ist, ließ sich schon vorab erahnen: Vor bis zu 20 Zentimeter Schnee wurde nachhaltig gewarnt. Tatsächlich haben dann auch einige Schulen und Kindergärten geschlossen gehabt. Und das Auto vernünftig vorwärts zu bewegen, fiel einigen sichtlich schwer. Dramatisch war der Schneefall dann aber nicht, sondern einfach nur schön!

Ich habe es wie viele andere Fotografen gemacht und mich am Wettrennen mit den Schneefegern in den königlichen Palastanlagen beteiligt. Leider haben die Schneefeger gewonnen - wie überall in der Stadt waren auch hier kleine Trupps in aller früh unterwegs und haben die Wege freigeräumt. Keine Spur von unberührter Schneedecke! Aber immerhin hat die Sonne an diesem bedeckten Tag noch ein paar Strahlen auf die Anlagen im Gyeongbokgung und Changdeokgung geworfen, sodass die beiden Palastanlagen allemal schöne Motive lieferten. Übrigens das erste mal in den drei Wintern, die wir hier schon erlebt haben.

Neuseeland-Rückschau

Tiefenentspannter Vertreter der neuseeländischen Tierwelt
Tiefenentspannter Vertreter der neuseeländischen Tierwelt

Am Ende waren es gut 3.000 Kilometer, die wir innerhalb von drei Wochen auf Tour in Neuseeland zurückgelegt haben: einmal um die Südinsel hat uns unser gemietetes Wohnmobil gebracht. Meist direkt an der Küste entlang hat die Landschaft oft gewechselt, war aber fast immer einzigartig,  wunderschön und meist rau. Das Wetter tat sein übriges: Obwohl der Sommer schon auf dem Vormarsch war und wir von Regen meist verschohnt wurden, waren die Temperaturen bestenfalls frühlingshaft. Nur im nördlich gelegenen Abel Tasman Nationalpark war es sommerlich warm - der perfekte Ausklang für unsere Auszeit vom koreanischen Winter, der uns nun wieder hat ...

On the road in NZ

In drei Wochen einmal um die neuseeländische Südinsel - das ist sportlicher, als wir erwartet hatten. Aber kein Grund zur Beschwerde, denn es ist Sommer hier und Urlaub sowieso die schönste Jahreszeit. Die Kinder stürzen sich überall ins Wasser, selbst wenn es nicht so warm ist wie im Abel Tasman Park (Foto). Hier haben wir auch ins neue Jahr reingefeiert: Happy New Year!