An den letzten warmen Tagen

Steinpagode auf dem Namsan (südlicher Berg) in Gyeongju
Steinpagode auf dem Namsan (südlicher Berg) in Gyeongju

Auf den anstrengend schwül-heißen Sommer folgt in Korea in der Regel ein kurzer Herbst, bevor der Winter seinen eisigen Griff um das Land legt. Erste Frostnächte geben derzeit einen Vorgeschmack darauf, doch im Moment scheint der Herbst das beste aus seiner kurzen Zeit herausholen zu wollen. Noch immer sind vereinzelte Tage sehr warm, wir haben gleich ein ganzes Wochenende mit angenehmen Temperaturen im südlich gelegenen Gyeongju verbracht. Die ehemalige Residenzstadt des Shilla-Reiches (Ende erstes Jahrtausend n.Chr.) wartet mit mehreren Weltkulturerbestätten auf, eine davon ist der Namsan. Auf dem malerisch gelegenen Berg überraschen Pagoden und zahlreiche Buddah-Statuen und -Reliefs bei Wanderungen in der Natur. In der Stadt läßt sich gut koreanisch Essen und die Übernachtung im traditionellen Stil gleich neben den Königsgräbern ist wirklich empfehlenswert. Uns hat die Pension 셔블 (Syeobul) sehr gut gefallen: Neu aber authentisch, u.a. mit Fenstern nur aus Hanji-Papier.
Zurück in Seoul hat uns die Herbstoptik unerwartet stark fasziniert: Mitten in der Stadt verdecken derzeit knallgelbe Ginkoblätter in Kombination mit feuerrotem Ahorn den klaren blauen Himmel. Unter solch einem Blätterdach wird man fast schon andächtig ...

Der nahe Westen

Der Himmelstempel bei Vorzeigewetter in Peking
Der Himmelstempel bei Vorzeigewetter in Peking

Alles eine Frage der Perspektive: Direkt nebenan, zwei Flugstunden nach Westen, liegt das Reich der Mitte mit seiner Hauptstadt Peking und der sagenhaften Chinesischen Mauer. Acht Tage der Herbstferien haben wir genutzt, um uns dort etwas umzutun. Und wir hatten von allem etwas: Extremen Großstadtsmog und klare Sicht mit blauem Himmel; enges Gassen-Wirrwarr und großzügige Tempel- und Palastanlagen; Ballungsraum und tolle Naturlandschaft. Auch nicht zu unterschlagen ist die kross geröstete und sehr leckere Peking-Ente. Unter kulinarischen Gesichtspunkten hat uns aber auch das einfache Essen (Dumplings) sehr zugesagt. Nur von den Skorpionen, Seepferdchen und Heuschrecken am Spieß haben wir die Finger gelassen - auch wenn Sie auf dem Nachtmarkt der Hingucker waren.

Unschlagbar als optisches Highlight ist aber die Große Mauer, die sich nördlich von Peking über Hügel und Berge schlängelt. Einige Abschnitte sind restauriert und gut besucht, andere Mauerwege mussten wir uns fast nur mit Bergziegen teilen ...

P.S.: Auch wenn wir aus Korea schon einiges gewöhnt sind, so haben wir in Peking dann doch die extremste Form an Foto-Attacken auf uns, bzw. die Kinder erlebt, Photobombing inklusive.

Der dritte Herbst ...

... zeigt uns zufrieden. Das mag dann auch der Grund sein, warum sich hier derzeit so wenig tut. Im dritten Jahr in Korea ist aus unserer Sicht nicht mehr viel exotisch, sondern eher Alltag. Aber wir werden nicht abstumpfen, die Neugier bleibt. Das Foto ist der Beweis: es stammt von einer Besichtigungstour im Seouler Stadtteil Dongmyo und zeigt drei kleine nicht-koreanische Buddah-Statuen, die im Myoguksa-Tempel stehen.

Nur für Erwachsene

Küstenpanorama auf Anmyeondo
Küstenpanorama auf Anmyeondo

Alljährlich im Juni bietet die Klassenfahrtswoche den Eltern die Möglichkeit, ohne Kinder auf Achse zu sein. Wir haben die Gelegenheit für zwei Ziele in der Nähe genutzt: zunächst für einen Tagesausflug zum Wandern in der Festung Namhansan, dann für eine etwas längere Fahrt zum Meer, nach Anmyeondo. Die Halbinsel südwestlich von Seoul bietet neben Meer und Grün vor allem eins: Ruhe.

Mal kurz in Japan: Konichi-wa!

Ein kurzer Gruß aus Tokio! Kurz passt, denn es ware nur 4 Tage, die Markus mit Freunden gemeinsam Zeit hatte, die japanische Hauptstadt zu erkunden, während Marina und die Kinder die letzte Schulwoche vor den Klassenfahrten in Seoul geblieben sind. Die Metropole Tokio hat viele eindrückliche Motive zu bieten, wie unten zu sehen ist: von modernen Einkaufsvierteln mit blinkenden Elektronikspielpalästen bis zu beschaulichen Wohnvierteln mit alten Häusern und Japanerinnen im traditionellen Gewand - oder im Cosplay-Outfit. Nicht zu vergessen: Tempel, Schreine und Koi-Karpfen!